Elche in Schweden

Ausser auf der Insel Gotland ist der Elch in ganz Schweden verbreitet. Die Elchpopulation beweget sich zwischen 300'000 und 400'000 Tieren. Etwa 100'000 werden jedes Jahr bei der herbstlichen Elchjagd geschossen.
Besonders viele Elche im Verhältnis zur Fläche leben in
Mittelschweden auf den Zwillingsbergen
Halleberg und
Hunneberg. König Oscar II. war es, der im Jahre 1885 die königliche
Jagd auf Halleberg und Hunneberg einführte, und seitdem wird auf den
Bergen eine jährliche königliche Elchjagd veranstaltet. In ganz
Südschweden war der gesamte Elchbestand Ende des 18. Jahrhunderts fast
ausgestorben, infolge Jagddrang des Menschen. Dank Behörden entscheid,
dass für Elche eine kontrollierte Jagdzeit gilt hat sich der Elchbestand
wieder erholt, zum Leidwesen der Waldbesitzer, die ihre Jungbäume
gefährdet sehen.
Als größte Hirschart der Erde
variieren die Körpermaße des Elches. Elchbullen erreichen nicht selten
eine Schulterhöhe von bis zu 2,30m und eine länge bis zu 3 Meter.
Elchkühe sind in der Regel kleiner. Die Schulterpartie ist sehr
muskulös.
![]() |
![]() |
![]() |
Der Kopf des Elches ist lang
und ausgeprägt, mit einer stark überhängenden Oberlippe. Die langen
Lippen eigenen sich hervorragend zum Abstreifen vom Laub. Hervorragend
entwickelt ist bei einem Elch der Geruchssinn. Er kann anhand des
Geruches nicht nur das Objekt, sondern auch die Entfernung feststellen.
Seine Augen sind klein, von brauner Farbe und treten leicht hervor.
Untersuchungen haben ergeben, das sich der Elch dem Dämmerlicht zwar
hervorragend angepasst hat, dafür allerdings fast farbenblind ist. Die
Ohren sind breit und sehr beweglich, da sich das Waldtier oft auf seinen
Gehörsinn verlassen muss. Wie bei Pferden erkennt man auch beim Elch
durch die Ohrstellung die jeweilige Gemütslage.
Der Huffüssler besticht in erster Linie durch seine auffallend hohen
Beine die er benötigt um in den unwegsamen Wäldern auch größere
Hindernisse überwinden zu können. Die Hufe der Tiere bestehen aus zwei
starken, schmalen und spitzen Klauen mit einer Länge von ca. 15 cm. Die
stärker ausgeprägten Afterklauen verhindern das Einsinken auf moorigem
Untergrund. Zwischen seinen Läufen besitzt der Elch kleine Drüsen, mit
denen er seine Duftspuren legt.
Die Schrittweite kann bei
Sprüngen bis zu 3,50 m betragen. Im Trab - auch Troll genannt - kann man
beim Aufschlagen der Afterklauen ein eigentümliches Knacken vernehmen.
Der Elch bewegt sich sowohl im Kreuzgang, als auch im Passgang vorwärts,
wobei die Schrittlänge vom Bullen länger ist, als die einer Kuh.
Das Fell des Elches ist braun und von besonders dichtem Wuchs. Das
einzelne Haar ist hohl, was besonders zur Wärmeisolierung im Winter ein
hervorragender Schutz ist. Das Fell ist brüchig und von hohem
Fettgehalt. Im Frühjahr findet der Haarwechsel statt.
Fortpflanzung:
Elchkühe werden mit etwa 2 Jahren, Elchbullen erst mit 3 Jahren
geschlechtsreif. Die Paarungszeit beginnt meist im frühen Herbst und
dauert 2 Monate.
Der Paarungsakt erfolgt mehrmals am Tag, dauert jedoch nicht länger als
5 Sekunden. Das Elchpaar bleibt nur solange zusammen, bis die Elchkuh
begattet und somit nicht mehr Paarungswillig ist. Danach trennen sich
ihre Wege und der Bulle zieht weiter zur nächsten paarungswilligen
Elchkuh.
Die Tragezeit der Elchkühe beträgt ca. 9 Monate. Zwischen April und
Anfang Juni kommen die Kälber zur Welt.
Zur Geburt zieht sich die Elchkuh an einen ruhigen Platz zurück und
gebährt ihren Nachwuchs in einem weichen Lager aus Moos oder Laub.
Erstgebärende bekommen immer Einzelkinder. Aber auch Zwillinge - selten
hingegen Drillinge - werden geboren.
Die ersten Tage nach der Geburt säugt die Elchkuh ihr Kalb im Sitzen.
Ca. 8 - 10 Mal am Tag säugt sie ihren Nachwuchs, der schnell an Gewicht
zulegt. Lediglich im Herbst erreicht die Gewichtszunahme einen
Stillstand, der auch über die Wintermonate anhält. Im Frühling geht die
Gewichtszunahme dann wieder unvermittelt weiter.
Wie viele Tiere verständigen sich Mutter und Kind durch
Blöklaute, wobei das Elchjunge hierbei Schreie ausstoßen kann, die
wie menschliches Babygeschrei klingen.
Die ersten Tage noch recht hilflos, folgen sie ihrer Mutter nach ein
paar Tagen auf deren Streifzüge durch das Revier.
Ungefähr ein halbes Jahr nach der Geburt wird das Elchjunge von der
Mutter entwöhnt. Das ist meist der Zeitpunkt, an dem die Elchkuh erneut
trächtig geworden ist. Bis zur Geburt des nächsten Nachwuchses bleiben
die Kälber bei ihren Müttern. Kurz vor der erneuten Niederkunft verjagt
die Kuh ihr Einjähriges mit aller Härte.
Fressen:
Bevorzugt werden nicht nur die dünnen Zweige, Knospen und Blätter von
Laubbäumen, auch Wasserpflanzen sind ein Teil seiner Nahrungskette.
Das "Grasen" vom Boden ist für ihn ein schwieriges Unterfangen, da er
sich hierzu auf seine Vorderläufe knien, oder aber die Beine spreizen
muss wie eine Giraffe. Deshalb bevorzugt er in erster Linie Nahrung, die
er in Kopfhöhe zu sich nehmen kann.
Je nach Jahreszeit ändert sich der Speiseplan des Elches. Im Frühjahr
gehören junge Knospen zu seinem bevorzugten Speiseplan, im Herbst
hingegen eher Laub und Beeren. Elche fressen 10 - 15 Kilo am Tag.
Nach seinem umfangreichen Mahl zieht sich der Elch an einen ruhigen Ort
zurück, um in Ruhe wieder zu käuen. Ein häufiges Rülpsen ist hier bei
nicht ausgeschlossen.
Feinde:
Da der Elch trotz seiner augenscheinlichen Behäbigkeit ein sehr
ausdauerndes Tier ist, hat er abgesehen vom Menschen wenig natürliche
Feinde. Bären können Elche durch gezielte Bissein den Hals töten, jedoch
ist der Elch mit seiner Schnelligkeit eher ein seltenes Opfer.
Elchkälber, in den ersten Wochen nach der Geburt noch besonders hilflos
werden schon eher Opfer. Ebenso verletzte Tiere, die nicht mehr genügend
Kraft haben um entsprechende Gegenwehr zu leisten.
Als größten Feind kann man Zweifels ohne den Menschen betrachten, der
während der Jagdsaison im Herbst erheblich zur Reduzierung der
Population beiträgt.
Einen "Feind" der anderen Art ist der Straßenverkehr. Nicht selten
erlebt man in Skandinavien schwere Elchunfälle, bei denen nicht nur der
Elch zum Opfer wird, sondern auch sein motorisierter Unfallgegner. In
besonders elchreichen Gebieten versucht man dieses Problem durch
kilometerlange Zäune einzudämmen. Besondere Aufmerksamkeit sollten die
Fahrzeuglenker bei einsetzender Dämmerung walten lassen.
Der Elchjagd wird besonders in Schweden
eine große Aufmerksamkeit gewidmet.
Wenn sich im Herbst, die 250'000 Jäger auf Elchjagd begeben, werden
jedes Jahr etwa 100'000 Elche geschossen. Jagdsaison ist zwischen
September und Oktober.
Da ihm die natürlichen Feinde wie Bär, Luchs oder Wolf fehlen,
entwickelt sie der Elch vor allem in Skandinavien zu einer Landplage und
wird heutzutage u. a. aus waldwirtschaftlichen Gründen gejagt, aber
auch, weil das Fleisch des Elches in Skandinavien einen hohen
Beliebtheitsgrad hat.
Die Jagd an sich findet häufig mit einer Treiberkette und mit
sogenannten Elchhunden statt. So gelingt es den Jägern, in relativ
kurzer Zeit die erforderlichen Abschusszahlen zu erreichen. Das Fleisch
des Elches wird am Ende der Jagdzeit traditionsgemäss und anteilsmäßig
unter Jägern und Treibern aufgeteilt.
Das Fleisch des Elches ist mager und ähnelt im Geschmack zartem
Rindfleisch. Ein Irrglaube hingegen ist, dass das Fleisch des Elches
nach Wild schmeckt.
Aber auch das Fell des Elches wird genutzt. Gerbereien bearbeiten das
Fell, welches nach dem Gerben besonders strapazierfähig ist. Häufig
finden wir Elchleder in Lederwaren wieder, aber auch in
Bekleidungsstücken und Schuhwerk.
Quelle: Svenska Jägareförbundet - Vilt & Vetande
und auf Deutsch übersetzt by r .planzer
| Rentiere in Schweden | Wölfe in Schweden |



