
Malmö ist mit 293'909 Einwohnern nach Stockholm und Göteborg die drittgrösste Stadt Schwedens. 66 % der Bevölkerung gehören zur eingesessenen schwedischen Bevölkerung, 34 % haben einen Migrationshintergrund. Aufgrund der liberalen Einwanderungs- und Asylgesetze steigt die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in der Stadt jährlich um etwa 3.500 oder einen Prozentpunkt der Stadtbevölkerung. Im Stadtteil Rosengård haben 85 % der Bewohner einen Migrationshintergrund. Dort sammeln sich vor allem Muslime.
Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch, viele Bewohner sind auf der Suche nach
Jobs
und es gibt viele
soziale Probleme, die das einst so
beschauliche Bild der Stadt verändert haben. Dennoch ist und bleibt Malmö
sehenswert. Für viele Touristen ist es der erste Punkt, an dem sie Schweden
betreten. Es wäre schade, einfach nur daran vorbeizufahren, ohne die Gelegenheit
zu nutzen, sich ein wenig
genauer umzusehen. Vor allem der
mittelalterliche Stadtkern lohnt einen Besuch, aber auch in der Gegenwart
entstanden zahlreiche interessante Baudenkmäler.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
In der Altstadt Malmös sind noch viele Fachwerkhäuser erhalten, bekannt vor
allem ist der Lilla Torg (kleiner Markt), der 1591 entstand.
Nicht weit liegt das 1546 unter dem Bürgermeister Jörgen Kock errichtete und
immer wieder umgestaltete Rathaus. Auf dem Marktplatz befindet sich eine
Reiterstatue König Karl X. Gustav. In der Nähe des Rathauses liegt die gotische
St. Petri Kyrka.
Malmöhus ist ein altes Schloss und einziger Überrest der ehemaligen
Befestigung. Als dänisches Kastell war es im 16. Jahrhundert von strategischer
Bedeutung. Danach wurde es eine schwedische Festung gegen Dänemark. Zwischen
1828 und 1914 als Zuchthaus benutzt, befindet sich dort heute das Stadtmuseum
mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte von der frühen Steinzeit bis heute,
einer botanischen Fachausstellung mit Aquarium und Terrarium (u. a. Fledermäuse)
sowie wechselnde Kunstausstellungen. Malmöhus ist von einer sehenswerten
Parkanlage umgeben, in dem mit der Schlossmühle eine Holländerwindmühle aus dem
Jahre 1851 steht.
Nahebei befindet sich das Seefahrt- und Technikmuseum mit einem begehbaren
U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Öresundausstellung (Öresundutställning)
gehört zu den neuen Glanzpunkten der Stadt.
Im Hafen von Malmö befindet sich ein Koggenmuseum, das im Sommer regelmäßige Fahrten mit dem Nachbau einer mittelalterlichen Kogge im Hafen von Malmö durchführt. Das Museum wurde von den Mitarbeitern des Museums Foteviken geplant und erbaut. Dieses „belebte“ Freilichtmuseum liegt etwa 20 km südlich von Malmö in Höllviken und bietet seinen Besuchern einen aussergewöhnlichen Einblick in die Wikingerzeit.
Bis zu seiner Demontage im Jahr 2002 war der Kockumskran, der Kran der Kockums-Werft, ein Wahrzeichen der Stadt.
![]() Slottsmöllan - Schlossmühle |
![]() |
![]() Öresundbrücke |
| Turning Torso |
In Malmö wurde 2001 die ökologische Bauausstellung Bo01 auf dem Gebiet des Westhafens, einem ehemaligen Industriegebiet (u. a. Kockums-Werft) durchgeführt. Dort begann orientiert an Nachhaltigkeitskriterien der Neubau des Stadtviertels Västra Hamnen. Im August 2005 wurde dort mit dem „Turning Torso“ ein neues Kennzeichen der aufstrebenden Stadt eingeweiht – mit 190 Metern Höhe das höchste Gebäude in Skandinavien. Seine Besonderheit ist die sich um 90° Grad zur Spitze hin drehende Fassade. Mit dem Ankar Park (auch Kanalpark), dem Dania Park und der Sundspromenade wurden ambitionierte Freiräume geschaffen. Eine Besonderheit ist auch das kleine Gewächshaus Glasbubbla am Scaniaplatz.
Von Malmö aus lohnen sich Ausflüge zu den Schlössern Svaneholm und Torup.
KULTUR
Seit 1984 findet jedes Jahr im August das Malmöfestival statt. Das Hauptaugenmerk der Aktivitäten liegt auf internationaler Küche und musikalischen Darbietungen, die auf verschiedenen Freilichtbühnen stattfinden.
Das Musiktheater der Stadt Malmö "Opera och Musikteater" ist Skandinaviens grösstes Opernhaus. Es wurde vom Architekten Sigurd Lewerentz entworfen und 1944 eingeweiht.
Das Restaurant Kungsparken wurde 2001 zum Casino umgebaut. Malmö erhielt dadurch eines der vier staatlich geleiteten Casinos in Schweden. Im Vergnügungszentrum Slagthuset befindet sich Malmös grösster Nachtclub sowie ein Hotel, mehrere Büro-, Messe- und Konferenzräume und Theaterbühnen. Im Vergnügungspark Folkets Park steht Skandinaviens größtes Riesenrad, mit 45m Höhe. Weiterhin gibt es hier Tanzlokale, Restaurants, ein Reptilienzentrum, Minigolfbahnen und weiteres. Die Stadt kann ausserdem Skandinaviens grösstes Hallenbad aufweisen
WIRTSCHAFT
Historisch waren der Schiffbau und seine Zulieferer das wirtschaftliche Standbein Malmös, insbesondere die Werft Kockums. Als Folge der Werftenkrise der 1970er Jahre, die sich bis in die 1990er Jahre hinzog, stieg die Arbeitslosenquote stark an. 1995 hatte Malmö die höchste Arbeitslosenquote in Schweden.
Die wirtschaftliche Wiederbelebung der Stadt ist nicht zuletzt auch durch den Bau der Öresundbrücke (Fertigstellung 2000) bedingt, der die Möglichkeiten, als Einwohner Malmös in Kopenhagen zu arbeiten, deutlich verbessert hat. Auch die durch die Brücke verbesserte Transportinfrastruktur kam der heimischen Wirtschaft zugute. Dennoch ist die Arbeitslosenquote in Malmö noch immer höher als in Stockholm oder Göteborg. Malmö ist aber auch als Einkaufsstadt bekannt.VERKEHR
Südlich von Malmö befindet sich die Öresundbrücke, eine kombinierte Eisenbahn- und Strassenbrücke über den Öresund. Malmö ist das wichtigste Verkehrszentrum in Südschweden mit grossem Bahnhof, von dem Züge nach Stockholm, über Göteborg nach Norwegen, nach Kopenhagen, nach Hamburg (über die Vogelfluglinie), nach Berlin (über die Königslinie) und in die Umgebung abfahren. Etwa 20 km östlich von Malmö befindet sich der Malmö Airport, dieser wird jedoch vom nahegelegenen Flughafen Kastrup in Kopenhagen dominiert. Malmö ist ein wichtiger Seehafen mit festen Verbindungen nach Lübeck-Travemünde und Rostock. Bis kurz nach der Eröffnung der Öresundbrücke im Jahr 2000 war hier die wichtigste Fährverbindung zwischen Limhamn (Stadtteil von Malmö) und Dragør auf der anderen Seite des Öresunds.
2005 wurde mit dem Bau des Citytunnels begonnen, der 2011 fertig gestellt sein soll. Mit dem Eisenbahntunnel wird Malmös Hauptbahnhof von einem Kopfbahnhof zu einem Durchfahrtsbahnhof umgestaltet.
Der innerstädtische Personennahverkehr wird mit Bussen abgewickelt, nachdem der Strassenbahnverkehr 1973 eingestellt wurde. Eine Museumsstrassenbahn verkehrt ab dem Museum für Technik zum Park von Malmöhus.
Der berühmteste Sohn Malmös ist der schwedische Fussballer und FC Barcelona-Stürmer Zlatan Ibrahimović.
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© by r.planzer Januar 2007
updated 25. Mai 2010